Was ist Collaborative Law Practice?

Collaborative Law Practice (CLP) ist ein strukturiertes Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktlösung, bei dem alle Beteiligten und ihre Anwälte gemeinsam an einer einvernehmlichen Lösung arbeiten. Im Gegensatz zum klassischen Gerichtsverfahren steht nicht die Konfrontation, sondern die Kooperation im Vordergrund.

Das Besondere am CLP-Verfahren ist die vertragliche Vereinbarung aller Beteiligten, keine gerichtlichen Schritte einzuleiten oder anzudrohen. Die speziell ausgebildeten CLP-Anwälte unterstützen ihre Mandanten dabei, faire und nachhaltige Lösungen zu finden, die den Interessen aller Parteien gerecht werden.

Die Grundprinzipien des CLP-Verfahrens

Der Ablauf eines CLP-Verfahrens

Ein typisches CLP-Verfahren läuft in mehreren Phasen ab:

  1. Vorgespräche: Jede Partei bespricht mit ihrem CLP-Anwalt die Eignung des Verfahrens für den konkreten Fall.
  2. Verfahrensvereinbarung: Alle Beteiligten unterzeichnen eine Vereinbarung, die die Grundregeln des Verfahrens festlegt.
  3. Gemeinsame Sitzungen: In strukturierten Gesprächen werden Themen identifiziert, Informationen gesammelt und Lösungsoptionen erarbeitet.
  4. Hinzuziehung von Experten: Bei Bedarf können neutrale Fachleute (z.B. Steuerberater, Psychologen) hinzugezogen werden.
  5. Lösungsfindung: Die Parteien entwickeln gemeinsam eine für alle akzeptable Lösung.
  6. Abschlussvereinbarung: Die erarbeitete Lösung wird in einer rechtlich bindenden Vereinbarung festgehalten.

Die Geschichte des CLP-Verfahrens

Das Collaborative Law Practice wurde in den 1990er Jahren von dem amerikanischen Anwalt Stuart Webb entwickelt, der eine Alternative zu streitigen Scheidungsverfahren suchte. Seitdem hat sich das Verfahren weltweit verbreitet und wird heute in vielen Rechtsgebieten erfolgreich eingesetzt.

In Deutschland gewinnt das CLP-Verfahren zunehmend an Bedeutung als effektive Methode zur außergerichtlichen Streitbeilegung, die sowohl Zeit und Kosten spart als auch nachhaltigere Lösungen hervorbringt.